An manchen Tagen auch mit Peter Licht: Meide, meide die Popkultur/Slutwalk

via mädchenblog: Bravo verharmlost Vergewaltigungen.
Das ist zwar nun schon ein paar Tage alt, aber ich möchte mich an dieser Stelle auch noch mal offiziell aufregen und beschweren.

Auslöser war der Mädchenblogpost vom 27. Juli. Es geht um eine der berühmt-berüchtigten Bravo Foto-Love-Stories, die sämtliche Grenzen überschreitet. Ich zitiere:

Sie betrinkt sich, weil sie sauer auf ihren Partner ist, ein anderer Junge bringt sie nach Hause. Dort schläft sie betrunken ein, während er ihre Lage schamlos ausnutzt. Die Situation wird im Anschluss nicht problematisiert, sondern als “harm­loser” One-Night-Stand und “Fremdgehen” verkauft. Als ob das nicht schon un­er­träg­lich genug wäre, erfährt sie im Anschluss, dass der Junge, der gegen ihr Ein­ver­ständnis und ohne Kondom Geschlechts­verkehr mit ihr hatte, ein HIV-Infizierter ist. Zu den Vergewaltigungs­verharmlosungen, -mythen und Victim Blaming in dieser Foto­serie gesellen sich also auch noch Vorurteile gegen HIV-Erkrankte, die – pathologisiert und sozial isoliert – rücksichtlos Menschen “an­stecken”, sobald sich eine Gelegenheit ergibt.

Das ist ein Albtraum. Das Bravo sowieso schon recht fleißig rigide und heteronormative Geschlechterrollen- und Zweierbeziehungsbilder fördert und, ja, aufbaut ist eine Sache. Verharmlosung von nicht konsensualem Sex ist eine ganz andere.
Inzwischen gibt es hier bei somereason.blogsport.eu auch noch einen etwas ausführlicheren Artikel mit der eher unzufriedenstellenden Reaktion der Bravoredaktion. Außerdem ist Spiegel-Online auf die Sache aufmerksam geworden. Ist hier: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,776987,00.html

Was mir besonders schwer im Magen liegt, ist dass sowohl Vorurteile gegenüber HIV-Positiven, als auch Vergewaltigungsmythen und Victim-Blaming offensichtlich noch fest in den Köpfen von vielen Menschen verankert zu sein scheinen. Beim Überfliegen einiger der Kommentare unter dem Spiegel-Online Artikel wird mir richtig schlecht. Nein, die Frau1 ist nicht Schuld, wenn sie vergewaltigt wird. Nein, Verhütung ist nicht reine Frauensache. Und Nein, das hier sind nicht nur ein Haufen Feministinnen, die aus einer Mücke einen Elefanten machen.

Deshalb ist auch besonders wichtig, dass es Leute gibt, die mit diesen Vorurteilen aufräumen. Aus diesem Anlass wird es am 13. August in vielen deutschen Städten einen Slutwalk geben. Alle Geschlechter und Kleidungsstile sind willkommen.
via asab_m

  1. Ich bin mir bewusst, dass es auch Männer gibt, die Vergewaltigt wurden. Ich verwende die weibliche Form, um darauf aufmerksam zu machen, dass statistisch dennoch meist Frauen betroffen sind. [zurück]